24.08.2008
Beim diesjährigen Ostseeman in Glücksburg absolvierte ich als dritter der Norddeutschen Meisterschaft und Hamburger Vizemeister in der AK1 meine erste Ironmandistanz.
7:00 Uhr Start – Zieleinlauf 18:11 Uhr
Sost 2008, 4:00 Uhr mein Wenntag, 3. Augucker klingelt. Draußen regnet es in Strömen. Was für ein Mistwetter. Zwei Sandwich in den Toaster, Frühstück im Hotel gibt es jetzt noch nicht.
Eine halbe Stunde später in Glücksburg. Der Regen ist weniger geworden. Zu Fuß zur Wechselzone. Mein Fahrrad steht schon seit gestern da. Regenabdeckung runter, Trinkflaschen festmachen, Helm und Brille deponieren und schnell ins Umkleidezelt. Es regnet schon wieder. Den Neo halb anziehen und warten. Endlich wird der Regen weniger. Wechselbeutel abgeben und in die Schlange vorm Dixi Klo stellen. Da ist ja auch mein Vater. Gestern ist er erst aus Österreich nach Hause gefahren. Einmal quer durch Deutschland um jetzt bei meiner ersten Langdistanz dabei zu sein.
6:45 Uhr langsam bewegen sich alle zum Start am Strand. Und auch die Sonne kommt raus. Blauer Himmel über der Flensburger Förde. 20 Grad Wassertemperatur. Ein paar Wellen. 5…4…3…2…1…
Um genau sieben Uhr stürme ich zusammen mit knapp 700 anderen Startern auf meine erste Triathlon Langdistanz oder auch Ironmandistanz. Als erstes liegen jetzt 3,8 Kilometer Schwimmen vor mir. Der Start ist ein reines Hauen und Stechen. Die Wellen stören mich zwar beim Schwimmen nicht, machen es aber ziemlich schwierig die Wendebojen zu sehen. Hinter den Bäumen am Ufer geht die Sonne auf und macht Hoffnung auf einen trockenen Wettkampf. Ein- oder zweimal berühre ich mit der Hand etwas, das sich nach Qualle anfühlt. Glück gehabt. Andere Triathleten hatten wohl auch Feuerquallen im Gesicht. Dafür scheuert mir mein Neoprenanzug den Nacken kaputt. Zwei Runden, auf denen ich nicht immer die Ideallinie finde, sind zu schwimmen. Dann geht es auf die Radstrecke. Nach 1:13 Stunden bin ich wieder am Strand.
Aus dem Wasser. Neo halb runter, Beutel schnappen und ab ins Wechselzelt. Raus aus dem Neo, Radschuhe an und zum Rad. Am Fahrrad Helm auf, Brille auf. 180km Radfahren können kommen.
Auf der Radstrecke ist ein 30km langer Rundkurs sechsmal zu durchfahren. Wer allerdings an der Ostsee eine flache Radstrecke erwartet hat, wird schnell eines Besseren belehrt. Gleich zu Beginn der hügligen und kurvenreichen Strecke warten 50 Höhenmeter. Beim ersten Mal mag das noch wenig erscheinen, aber es sind ja sechs Runden zu fahren. Das Highlight einer jeden Runde ist die Paulinenallee. Hier befindet sich das Stimmungsnest der Strecke. Fast wie bei einer Tour de France Bergankunft muss man sich hier seinen Weg durch die Zuschauer bahnen. Die ersten vier Runden absolviere ich viel schneller, als ich geplant hatte. Aber ab der fünften Runde wir die Radstrecke zur Qual. Die drückende Blase lässt sich noch leeren. Aber auch mein Rücken schmerzt. Eine so lange Zeit in aerodynamischer Haltung zu verbringen bin ich einfach noch nicht gewohnt. Nach 5:36 Stunden sind die 180km geschafft.
Auf den letzten Metern schon raus aus den Radschuhen. Absteigen, Rad abgeben, den nächsten Beutel holen und ins Wechselzelt. Helm runter, Strümpfe an, in die Schuhe rein und weiter geht’s.
13:50 Uhr ist es, als ich mich auf die abschließende Marathonstrecke begebe. Fünf Runden, insgesamt 42,195km, sind jetzt noch zu laufen. Nachdem es auf der letzten Radrunde erneut geregnet hatte, brennt jetzt wieder die Sonne. Schnell macht sich mein fehlendes Lauftraining bemerkbar. Wegen einer Stressfraktur des Schienbeins, die auch jetzt noch nicht ganz ausgeheilt ist, konnte ich die letzten vier Wochen nicht laufen. Besonders anstrengend sind die Steigungen, die es auf der Laufstrecke genauso gibt wie schon auf der Radstrecke. Vier Verpflegungsposten gibt es auf jeder Runde. Jeden einzelnen davon nutzte ich um mich ausgiebig zu verpflegen, wobei ich immer wieder auch stehen bleiben muss. Aber von anderen Athleten und Zuschauern aufgemuntert und motiviert, raffe ich mich jedes Mal auf weiter zu laufen. Kurz nach 18 Uhr ist es, als ich die letzte Kurve nehme und auf den letzten Kilometer Richtung Ziel gehe. Nach 11:11:17 Stunden und 226km bin ich im Ziel des OSTSEEMAN 2008.
Dreieinhalb Stunden später, nachdem ich mich habe massieren lassen, geduscht und von Pizza gestärkt, stehe ich wieder am Ziel. Zusammen mit allen, die noch nicht in ihre Betten gefallen sind, warte ich auf die letzte Teilnehmerin. Um zehn Uhr schließt dann das Ziel und der Ostseeman 2008 endet mit einem kleinen Feuerwerk am Ostseestrand.
Insgesamt bin ich bei meiner ersten Langdistanz 161. und in der Altersklasse 20-24 vierter geworden. Außerdem konnte ich in der AK1 bei der Norddeutschen Meisterschaft den dritten Platz belegen und die Hamburger Vizemeisterschaft erlangen.


